Zeit und Sein

Чергова порція виписок – Zeit und Sein (1962) (Zur Sache des Denkens, Niemeyer Verlag, Tübingen, 1969) Ця лекція колись давно була по-російськи в збірнику “На проселочной дороге” чи шось таке. Останній раз я це читала три роки тому – ніфіга не зрозуміла була (ну майже ніфіга). А зараз сподобалося, і навіть здалося досить прозорим… Дуже виразно про метафізику. Хоч, може, ше виразніше в наступних серіях виписок.

Würden uns jetzt im Original zwei Bilder von Paul Klee gezeigt, die er in seinem Todesjahr deschaffen hat: das Aquarell “Heilige aus einem Fenster” und, in Tempora auf Rupfen, „Tod und Feuer“, dann möchten wir lange davor verweilen und – jeden Anspruch auf unmittelbare Verständlichkeit preisgeben.
Könnte uns jetzt, und gar durch den Dichter Georg Trakl selbst, sein Gedicht „Siebengesang des Todes“ vorgesagt werden, dann möchten wir es oft hören und jeden Anspruch auf unmittelbare Verständlichkeit preisgeben.
Wollte uns jetzt Werner Heisenberg einen Ausschnitt seiner theoretisch-physikalischen Gedanken auf dem Weg zu der von ihm gesuchten Weltformel darstellen, dann möchten vielleicht, wenn es hoch kommt zwei oder drei der Zuhörer ihm folgen können, wir Übrigen aber ohne Widerrede jeden Anspruch auf unmittelbare Verständlichkeit preisgeben.
Nicht so gegenüber den Denken, das Philosophie heißt. Denn es soll “Weltweisheit” bieten, wenn nicht gar eine “Anweisung zum seligen Leben”. Nun könnte aber ein solches Denken heute in eine Lage versetzt sein, die Besinnungen verlangt, die weit abliegen von einer nutzbaren Lebensweisheit. Ein denken könnte nötig geworden sein, das solches zu bedenken hat, woraus sogar die denannte Malerei und Dichtung und die matematisch-physikalische Theorie ihre Bestimmung empfangen. Wir müßten dann auch hier den Anspruch auf unmittelbare Verständlichkeit preisgeben. Wir müßten indes gleichwohl zuhören, weil es gilt, Unumgängliches, aber Vorläufiges zu denken. (D1, E1-2)

Es gilt, einieges von dem Versuch zu sagen, der das Sein ohne die Rücksicht auf eine Begründung des Seins aus dem Seiendem denkt. Der Versuch, Sein ohne das Seiende zu denken, wird notwending, weil anders sonst, wie mir scheint, keine Möglichkeit mehr besteht, das Sein dessen, was heute rund um Erdball ist, eigens in den Blick zu bringen, geschweige denn das Verhältnis des Menschem zu dem, was bislang „Sein“ hieß, hinreichend zu bestimmen. (D2, E2)

Wir nennen die Zeit, wenn wir sagen: Jedes Ding has seine Zeit. Dies meint: Jedliches, was jeweilen ist, jedes Seiende kommt und geht zur rechten Zeit und bleibt eine Zeit lang während der ihm zugemessenen Zeit. (D2, E3)

Sein, dadurch jegliches Seiende als ein solches gezeichnet ist, Sein besagt Anwesen. Im Hinblick auf das Anwesende gedacht, zeigt sich Anwesen als Anwesenlassen. Nun aber gilt es, dieses Anwesenlassen eigens zu denken, insofern Anwesen zugelassen wird. Anwesenlasen zeigt darin sein Eigenes, daß es ins Unverborgene bringt. Anwesen lassen heißt: Entbergen, ins Offene bringen. Im Entbergen spielt ein Geben, jenes nämlich, das im Anwesen-lassen das Anwesen, d.h. Sein gibt. (D5, E5)

Das Sein, es selbst eigenes denken, verlangt, vom Sein abzusehen, sofern es wie in aller Matephysik nur aus dem Seienden her und für dieses als dessen Grund ergründet und ausgelegt wird. Das Sein eigens denken, verlangt, das Sein als den Grund des Seienden fahren zu lassen zugunsten des im Entbergen verborgen spielenden Gebens, d.h. des Es gibt. Sein gehört als die Gabe dieses Es gibt in das Geben. Sein wird als Gabe nicht aus dem Geben abgestoßen. Sein, Anwesen wird verwandelt. Als Anwesenlassen gehört es in das Entbergen, bleibt als dessen Gabe im Geben einbehalten. Sein ist nicht. Sein gibt Es als das Entbergen von Anwesen. (D5-6, E6)

Woher nehmen wir aber das Recht zur Kennzeichnung des Seins als Anwesen? Die Frage kommt zu spät. Denn diese Prägung des Seins hat sich längst ohne unser Zutun oder gar Verdienst entschieden. Demnach sind wir in die Kennzeichnung des Seins als Anwesen gebunden. (D6, E6)

Am bedrängendsten zeigt sich uns das Weitreichende des Anwesens dann, wenn wir bedenken, daß auch und gerade das Abwesen durch ein bisweilen ins Enheimliche desteigertes Anwesen bestimmt bleibt. (D7, E7)

Ein Geben, das nur seine Gabe gibt, sich selbst jedoch dabei zurückhält und entzieht, ein solches Geben nennen wir das Schicken. Nach dem so zu denkenden Sinn von Geben ist Sein, das es gibt, das Geschickte. Dergestalt geschickt bleibt jede seiner Wandlungen. Das Geschichtliche der Geschichte des Seins bestimmt sich aus dem Geschickhaften eines Schickens, nicht aus einem unbestimmt gemeinten Geshehen. (D8-9, E8-9)

Epoche [des Seinsgeschickes] mein hier nicht einen Zeitabschnitt im Geschehenen, sondern den Grundzug des Schickens, das jeweilige An-sich-halten seiner selbst zugunsten der Vernehmbarkeit der Gabe, d.h. des Seins im Hinblick auf die Ergründung des Seienden. (D9, E9)

Doch bislang haben wir es unterlassen, deutlicher zu erweisen, was Gegenwart in Sinne von Anwesenheit besagt. Durch diese wird das Sein einheitlich als Anwesen und Anwesenlassen, d.h. Entbergung bestimmt. Welche Sache denken wir, wenn wir Anwesen sagen? Wesen heißt Währen. Aber zu rasch beruhigen wir uns dabei, währen als als bloßes dauern und die Dauer am Leitfaden der gewohnten Zeitvorstellung als eine Zeitstrecke von einem Jetzt zu einem folgendem aufzufassen. Die Rede vom An-wesen verlangt jedoch, daß wir im Währen als dem Anwähren das Weilen und Verweilen vernehmen. Anwesen geht uns an, Gegenwart heißt: uns entgegenweilen, uns – den Menschen. (D12, E12)

Der Mensch innestehend im Angang von Anwesenheit, dies jedoch so, daß er das Anwesen, das Es gibt, als Gabe empfängt, indem er vernimmt, was im Anwesenlassen erscheint. Wäre der Mensch nicht der stete Empfänger der Gabe aus dem „Es gibt Anwesenheit“, erreichte den Menschen nicht das in der Gabe Gereichte, dan bliebe beim Ausbleib dieser Gabe Sein nicht nur verborgen, auch nicht nur verschlossen, sondern der Mensch bliebe ausgeschlossen aus der Reichweite des: Es gibt Sein. Der Mensch wäre nicht Mensch. (D12, E12-13)

Vor aller Zeitrechnung und unabhängig von ihr beruht jedoch im lichtenden Einander-sich-reichen von Zukunft, Gewesenheit und Gegenwart das Eigene des Zeit-Raumes der eigentlichen Zeit. Dementsprechend eignet der eigentlichen Zeit und nur ihr das, was wir leicht mißdeutbar Dimension, Durchmessung nennen. Diese beruht in dem gekennzeichneten lichtenden Reichen, als welches Ankunft die Gewesenheit, diese jene und beider Wechselbezug die Lichtung des Offenes erbringt. Von diesem dreifachen Reichen her gedacht, erweist sich die eigentliche Zeit als dreidimensional. Dimension – es sei wiederholt – wird hier nicht nur als Bezirk der möglichen Abmessung gedacht, sondern als das Hindurchlangen, als das lichtende Reichen. Dieses verstattet erst, einen Bezirk der Messung vorzustellen und auszugrenzen. (D15, E15)

Vielmehr beruht die Einheit der drei Zeitdimensionen in dem Zuspiel jeder für jede. Dieses Zuspiel erweist sich als das eigentliche, im Eigenen der Zeit spielende Reichen, also gleichsam als die vierte Dimension – nich nur gleichsam, sondern aus der Sache. […] Was wir jedoch in der Abzählung die vierte nennen, ist der Sache nach die erste, d.h. das alles bestimmende Reichen. Es erbringt in der Ankunft, im Gewesen, in der Gegenwart das ihnen jeweils eigene Anwesen, hält sie lichtend auseinander und hält sie so zueinander in der Nähe, aus der die drei Dimensionen einander genaht bleiben. Deshalb nennen wir das erste, anfängliche, im wörtlichen Sinne an-fangende Reichen, worin die Einheit der eigentlichen Zeit beruht, die nähernde Nähe, „Nahheit“ – ein frühes, noch von Kant gebrauchtes Wort. Aber sie nähert Ankunft, Gewesenheit, gegenwart einander, indem sie entfernt. Denn sie hält das Gewesen offen indem sie seine Ankunft als Gegenwart verweigert. Dies Nähern der Nähe hält das Ankommen aus der Zukunft offen, indem es im Kommen die Gegenwart vorenthält. Die nähernde Nähe hat den Character der Verweigerung und der Vorenthalts. (D16, E15)

Die Zeit ist nicht. Es gibt die Zeit. Das Geben, das Zeit gibt, bestimmt sich aus der verweigernd-vorenthalteden Nähe. […] Wir nenned das Geben, das die eigentliche Zeit gibt, das lichtend-verbergende Reichen. Insofern das Reichen selber ein Geben ist, verbirgt sich in der eigentlichen Zeit das Geben eines Gebens. (D16, E16)

Sie [die eigentliche Zeit] hat den Menschen als solchen schon so erreicht, daß er nur Mensch sein kann, indem er innesteht im dreifachen Reichen und aussteht die es bestimmende verweigernd-vorenthaltende Nähe. (D17, E16)

Das Es nennt, jedenfalls in der zunächst verfügbaren Auslegung, ein Anwesen von Abwesen. (D19, E18)

Wie anders sollen wir jedoch das im genannten Sagen „Es gibt Sein“, „Es gibt Zeit“ gesagte „Es“ in den Blick bringen? Einfach so, daß wir das „Es“ aus der Art des Gebens her denken, das zu ihm gehört: das Geben als Geschick, das Geben als lichtendes Reichen. (D19, E19)

Unterwegs wurde schon mehr gedacht, aber es wurde nicht eigens gesagt, nähmlich dies, daß zum Geben als Schicken das Ansichhalten gehört, nehmlich dieses, daß in Reichen von Gewesen und Ankommen Verweigerung von Gegenwart und Vorenthalten von Gegenwart spielen. Das jetzt Genannte: Ansichhalten, Verweigerung, Vorenthalt, zeigt dergleichen wie ein Sichentziehen, kurz gesagt: den Entzug. Sofern aber die durch ihn bestimmten Weisen des Gebens, das Schicken und das Reichen, im Ereignen beruhen, muß der Entzug zum Eigentümlichen der Ereignisses gehören. (D23, E22)

Das Schickem im Geschick des Seins wurde gekennzeichnet als ein Geben, wobei das Schickende selbst and sich hält und im Ansichhalten sich der Entbergung entzieht. (D23, E22)

Sofern nun Geschick des Seins im Reichen der Zeit und diese mit jenem im Ereignis beruhen, bekundet sich im Ereignen das Eigentümliche, daß es sein Eigenstens der schrankenlosen Entbergung entzieht. Vom Ereignen her gedacht, heißt dies: Es enteignet sich in dem genannten Sinne seiner selbst. Zum Ereignis als solchem gehört die Enteignis. Durch sie gibt das Ereignis sich nicht auf, sondern bewahrt sein Eigentum. (D23, E22-23)

Im Sein als Anwesen bekundet sich der Angang, der uns Menschen so angeht, daß wir im Vernehmen und Übernehmen dieses Angangs das Auszeichnende des Menschseins erlangt haben. (D23, E23)

Sofern es Sein und Zeit nur gibt im Ereignen, gehört zu diesem das Eigentümliche, daß es den Menschen als den, der Sein vernimmt, indem er innesteht in der eigentlichen Zeit, in sein eigenes bringt. So geeignet gehört der Mensch in das Ereignis.
Dieses gehören beruht in der das Ereignis auszeichnenden Vereignung. Durch sie ist der Mensch in das Ereignis eingelassen. Daran liegt es, daß wir das Ereignis nie vor uns stellen können, weder als ein Gegenüber, noch als das alles Umfassende. Darum entspricht das vorstellend-begründende Denken so wenig dem Ereignis wie das nur aussagende sagen. (D24, E23)

Was bleibt zu sagen? Nur dies: Das Ereignis ereignet. Damit sagen wir vom Selben her auf das Selbe zu das Selbe. (D24, E24)

Wie aber, wenn wir das Gesagte unablässig als den Anhalt für das Nachdenken übernehmen und dabei bedenken, daß dieses Selbe nicht einmal etwas Neues ist, sondern das Älteste des Alten im abendländichen Denken: das Uralte, das sich in dem Nahmen `Α-λήθεια verbirgt? Aus dem, was durch dieses Anfängliche aller Leitmotive des Denkens vorgesagt wird, spricht eine Verbindlichkeit, die jenes Denken bindet, gesetzt daß es sich dem Geheiß des zu Denkenden fügt.
Es galt, Sein im Durchblick durch die eigentliche Zeit in sein Eigenes zu denken – aus dem Ereignis – ohne Rücksicht auf die Beziehung des Seins zum Seienden.
Sein ohne Seienden zu denken, heißt: Sein ohne Rücksicht auf die Metaphysik denken. Eine solche Rücksicht herrscht nun aber auch noch in der Absicht, die Metaphysik zu überwinden. Darum gilt es, vom Überwinden abzulassen und die Metaphysik sich selbst zu überlassen. (D25, E24)

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